Aufgabenkultur, Bildungsstandards und BNE-Initiativen

Über Aufgabenkultur und Lernarrangements

Aufgabenkultur:
Nicht hinausprüfen sondern hineinprüfen! Aufgaben zerstören vielfach das individuelle Engagement, Assessment-Konzepte aus der Wirtschaft haben hier nichts zu suchen!
Mehr zur Aufgabenkultur unter http://umweltspione.de/umwelt/aufgaben/start.htm

Wofür will ich als Coach Problembewusstsein entwickeln? Das ist die zentrale Startfrage bei der Erstellung von Lernaufgaben. Erst nach Beantwortung dieser Frage kann der Coach geeignete Lernarrangements entwickeln. Die direkte Anbindung an Bildungsstandards ist hierbei sehr schwer.

Lernarrangements zusammen stellen
Beispiele:

- Die real erlebte Umwelt nutzen: "Merk würdig keiten" mit der Kamera sammeln und erklären
- Wir gestalten eine Arbeitseinheit zur Wahrnehmung (Formen, Farben, Situationen, Reaktionen, ...) z.B. zu einem Barfußpfad
- Wir gestalten eine Lernaufgabe zum Interpretieren eines Satelliten- oder Luftbildes oder einer Situation, die in einem Zeitungsartikel beschrieben ist
- Wir initiieren eine Wiki-Community zu einem aktuellen Thema z.B. aus der Zeitung
- Wir gestalten ein Testverfahren zum Abgleichen von Geländemesswerten verschiedener Arbeitsgruppen
- Wir entwickeln Modelle unserer "Heimat" für die Zukunft unter Beachtung ökologischer, ökonomischer, sozialer und geographischer Gedanken

 


Über BNE-Bildungsstandards

Bildungsstandards sind bewertbare Fachkompetenzen, die die Kultusministerkonferenz für die Bundesländer empfiehlt. Speziell zur Bildung für nachhaltige Entwicklung wurden in 2006 Bildungsstandards fertiggestellt. Sie sollen die Qualität von schulischer Bildung in der 10.Klasse überprüfbar machen.

a) BNE-Bildungsstandards zu Transfer 21 (im Projektunterricht)

Gestaltungskompetenz speziell zur BNE enthält nach de Haan 10 Teilkompetenzen:

  1. Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen
  2. Vorausschauend denken und handeln
  3. Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln
  4. Gemeinsam mit anderen planen und handeln können
  5. An Entscheidungsprozessen partizipieren können
  6. Andere motivieren können, aktiv zu werden
  7. Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können
  8. Selbständig planen und handeln können
  9. Empathie und Solidarität für Benachteiligte, Arme, Schwache und Unterdrückte zeigen können
  10. Sich motivieren können, aktiv zu werden

(Quelle: AG Qualität & Kompetenzen: Orientierungshilfe "Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Sekundarstufe I, Sommer 2006)

b) BNE-Bildungsstandards zur Globalen Entwicklung (im Fachunterricht)

Kernkompetenzen des Lernbereichs "Globale Entwicklung"

Die Schülerinnen und Schüler der 10.Klasse können ...

  1. Informationsbeschaffung und -verarbeitung
    ... Informationen zu Fragen der Globalisierung und Entwicklung beschaffen und themenbezogen verarbeiten
  2. Erkennen von Vielfalt
    ... die soziokulturelle und natürliche Vielfalt in der einen Welt erkennen
  3. Analyse des globalen Wandels
    ... Globalisierungs- und Entwicklungsprozesse mit Hilfe des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung fachlich analysieren.
  4. Unterscheidung gesellschaftlicher Handlungsebenen
    ... gesellschaftliche Handlungsebenen vom Individuum bis zur Weltebene in ihrer jeweiligen Funktion für Entwicklungsprozesse erkennen.
  5. Perspektivenwechsel und Empathie
    ... eigene und fremde Werteorientierungen in ihrer Bedeutung für die Lebensgestaltung sich bewusst machen, würdigen und reflektieren.
  6. Kritische Reflexion und Stellungnahme
    ... durch kritische Reflexion zu Globalisierungs- und Entwicklungsfragen Stellung beziehen und sich dabei an der internationalen Konsensbildung, am Leitbild nachhaltiger Entwicklung und an den Menschenrechten orientieren.
  7. Beurteilen von Entwicklungsmaßnahmen
    ... Ansätze zur Beurteilung von Entwicklungsmaßnahmen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Interessen und Rahmenbedingungen erarbeiten und zu eigenständigen Bewertungen kommen.
  8. Solidarität und Mitverantwortung
    ... Bereiche persönlicher Mitverantwortung für Mensch und Umwelt erkennen und als Herausforderung annehmen.
  9. Verständigung und Konfliktlösung
    ... soziokulturelle und interessenbestimmte Barrieren in Kommunikation und Zusammenarbeit sowie bei Konfliktlösungen überwinden.
  10. Handlungsfähigkeit im globalen Wandel
    ... die gesellschaftliche Handlungsfähigkeit im globalen Wandel vor allem im persönlichen und beruflichen Bereich durch Offenheit und Innovationsbereitschaft sowie durch eine angemessene Reduktion von Komplexität sichern und die Ungewissheit offener Situationen ertragen.
  11. Partizipation und Mitgestaltung
    ... und sind auf Grund ihrer mündigen Entscheidung bereit, Ziele der nachhaltigen Entwicklung im privaten, schulischen und beruflichen Bereich zu verfolgen und sich an ihrer Umsetzung auf gesellschaftlicher und politischer Ebene zu beteiligen.

(Quelle: KMK-BMZ-Referenzcurriculum Globale Entwicklung, Bonn Sommer 2006)

Dazu wurden 20 Themenbereiche formuliert. Sie sollen ...

  • ... das für den Lernbereich relevante Orientierungswissen repräsentieren
  • ... die Multidimensionalität des Leitbilds der nachhaltigen Entwicklung abbilden
  • ... der Entwicklungsperspektive des Lernbereichs gerecht werden
  • ... zugleich einen lebensweltlichen Bezug und eine globale Weltsicht ermöglichen
  • ... einer im wissenschaftlichen bzw. gesellschaftlichen Diskurs üblichen Bündelung entsprechen
  • ... unterrichtliche Praxiserfahrungen berücksichtigen
  • ... überschaubar in der Zahl sein.

Und das sind die 20 Themenbereiche:

  1. Vielfalt der Werte, Kulturen und Lebensverhältnisse
  2. Globalisierung religiöser und ethischer Leitbilder
  3. Geschichte der Globalisierung: Vom Kolonialismus zum "Global Village"
  4. Waren aus aller Welt: Produktion, Handel und Konsum
  5. Landwirtschaft und Ernährung
  6. Gesundheit und Krankheit
  7. Bildung
  8. Globalisierte Freizeit
  9. Schutz und Nutzung natürlicher Ressourcen und Energiegewinnung
  10. Chancen und Gefahren des technologischen Fortschritts
  11. Globale Umweltveränderungen
  12. Mobilität, Stadtentwicklung und Verkehr
  13. Globalisierung von Wirtschaft und Arbeit
  14. Demographische Strukturen und Entwicklungen
  15. Armut und soziale Sicherheit
  16. Frieden und Konflikt
  17. Migration und Integration
  18. Politische Herrschaft, Demokratie und Menschenrechte (Good Governance)
  19. Entwicklungszusammenarbeit und ihre Institutionen
  20. Global Governance - Weltordnungspolitik

Quelle: KMK-BMZ-Referenzcurriculum Globale Entwicklung, Bonn Sommer 2006)

 


Über BNE-Initiativen in Deutschland

eine unvollständige Sammlung von Adressen,
wird bei Gelegenheit ergänzt.

Regierungsorganisationen:

UN-Dekade BNE: http://www.dekade.org

Aus Bayern:
-
www.umweltbildung.bayern.de

Aus Baden-Württemberg:
- http://www.dekade-bw.de

 

Nicht-Regierungsorganisationen:

Aus Bayern:
- http://www.dekade-bayern.de/
http://www.bayern-einewelt.de/
-
http://www.umweltbildung-in-bayern.de/